Fair Wear Foundation

Vergeben in: Weltweit
Vergeben von: Fair Wear Foundation
Kategorie: Bekleidung und Schuhe
Produkte:
Textilien aller Art
Anzahl der belabelten Produkte: 120 Modelabel nutzen das Label
Label-Info: Fair Wear Foundation
  • Empfehlenswert
  • Anspruch
    Die Vergabekriterien gehen deutlich über das gesetzlich Vorgeschriebene hinaus.
    Die Kriterien des Labels werden anhand neuerer Erkenntnisse und Standards überarbeitet.
    Die Kriterien des Labels sind geeignet, relevante Verbesserungen im Bereich des Labels zu ermöglichen (ökologische, gesundheitliche, soziale, technische, kulturelle Ansprüche etc.).
  • Unabhängigkeit
    Die Kriterienentwicklung erfolgt unter Hinzuziehung vom Zeichennehmer weitgehend unabhängiger und kompetenter Stellen.
    Zeichengeber, Zeichennehmer und Prüfer sind rechtlich oder wirtschaftlich nicht ausreichend voneinander unabhängig.
    Die Prüfung, ob die Vergabekriterien eingehalten werden, erfolgt durch eine vom Labelgeber weitgehend abhängige Stelle oder aber diese Stelle ist nicht eindeutig identifizierbar.
  • Kontrolle
    Eindeutige, nachprüfbare Vergabekriterien mit klarem Bezug sind vorhanden.
    Die Einhaltung der Vergabekriterien wird umfassend kontrolliert. Wenn die Labelvergabe befristet ist, werden Fristverlängerungen nur nach einer erneuten Kontrolle der Einhaltung der Vergabekriterien erteilt.
    Bei Verstößen gegen die Vergabekriterien wird eine Nachbesserung innerhalb einer angemessenen, überschaubaren Frist eingefordert, gegebenenfalls erfolgen weitere Sanktionen bis zum Entzug des Labels.
  • Transparenz
    Zielsetzung und Trägerschaft sind in öffentlich zugänglichem Informationsmaterial erläutert.
    Vergabekriterien, Vergabeverfahren und Kontrollverfahren sind für Verbraucher verständlich und nachvollziehbar dokumentiert und veröffentlicht und kostenlos zugänglich.
    Das Bildzeichen des Labels ist so gestaltet, dass es nicht mit einem anderen Zeichen verwechselt werden kann.

Unsere Bewertung

Es handelt sich um ein anspruchsvolles Label, das wesentlich zu Verbesserungen der Produktionsbedingungen von Textilien beiträgt.

Die Kriterien für die Vergabe des Labels werden von unabhängigen Stellen mitentwickelt, der Vergabeprozess ist transparent. Umfassende und regelmäßige Kontrollen machen das Label glaubwürdig.

Die Fair Wear Foundation (FWF) kontrolliert innerhalb von drei Jahren durch eigene Kontrollen so viele Fabriken, wie insgesamt mindestens 10% des Umsatzes des Modeunternehmens repräsentieren. Sie bestimmt die Prüfer, wobei diese beispielsweise Aktivisten, Gewerkschafter, Ärzte, Professoren, aber auch Angestellte im Textilsektor sein können. Sie sind als Freie Mitarbeiter bei der FWF beschäftigt und unabhängig von der jeweils zu prüfenden Fabrik oder Näherei. Die Unternehmen lassen zusätzlich (nach spätestens drei Jahren) mindestens 90% ihrer Subunternehmer durch eigene Kontrollsysteme überprüfen.

Bei Verstößen gegen die Vergabekriterien des Labels wird versucht, die Missstände zu beseitigen. Wenn dies nicht gelingt, wird das Unternehmen aus der FWF ausgeschlossen. Verbraucher können alle wichtigen Informationen zum Label kostenlos abrufen.

Mehr Informationen

Labelgeber

Labelgeber ist die Fair Wear Foundation (FWF), eine Stiftung, die in den Niederlanden beheimatet ist.

Im obersten Gremium der Organisation sitzen Vertreter von Gewerkschaften, Nichtregierungsorganisationen und Handels- sowie Herstellerorganisationen.

Mitglieder sind etwa 80 Textilunternehmen, die etwa 120 Marken repäsentieren. Die FWF ist in 15 Produktionsländern in Europa, Afrika und Asien aktiv.

Labelziele

Ziel der 1999 eingeführten Sozialstandardinitiative ist, weltweit die Arbeitsbedingungen der Arbeiter in Unternehmen der Textilindustrie zu verbessern. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Betrieben, in denen Textilien genäht werden.

Labelvergabe

Textilunternehmen, die bei der Fair Wear Foundation (FWF) Mitglied werden wollen, müssen einen Managementplan aufstellen, der beschreibt, wie das Unternehmen die Geschäftspraktiken anpassen will, um das Ziel besserer Arbeitsbedingungen in der gesamten Lieferkette Schritt für Schritt umzusetzen. Sie verpflichten sich, den Verhaltenskodex der FWF einzuhalten.

Die Anforderungen des Sozialstandards richten sich nach den Kernarbeitsnormen der ILO (International Labour Organization). Dazu gehört beispielsweise, dass Zwangsarbeit ausgeschlossen wird, keine Kinder unter 15 Jahren beschäftigt werden, die Arbeiter Versammlungsfreiheit genießen, Mindestlöhne gezahlt werden, sowie Arbeits- und Gesundheitsschutz gewährleistet werden.

Die Mitgliedsunternehmen erfassen den aktuellen Stand der Arbeitsbedingungen und legen die Lieferanten und Unterlieferanten in der Konfektion offen. Der Plan zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen muss konkrete Ziele und Maßnahmen zur Umsetzung enthalten. Die FWF begleitet die Unternehmen bei der Aufstellung des Plans. Die Unternehmen müssen Kontrollsysteme für ihre Subunternehmer einführen, um zu kontrollieren, ob die festgelegten Arbeitsstandards eingehalten werden. Nach einem Jahr müssen 40% der Nähfabriken angeschlossen sein, nach zwei Jahren 60% und nach drei Jahren mindestens 90%.

Die FWF prüft auf drei Ebenen.

In den Mitgliedsunternehmen führt sie nach einem Jahr jährlich angekündigte Audits durch, kontrolliert das Managementsystem und führt Interviews mit den Verantwortlichen.

Im Vorfeld von Fabrikbesuchen befragen FWF-Kontrolleure Arbeiter in Ihrem privaten Umfeld, um auf Missstände aufmerksam zu werden. Auch Gewerkschafts- oder Arbeitervertreter werden befragt und in die Abschlussbesprechungen der Audits eingebunden. In den Fabriken werden Dokumente geprüft und Interviews geführt. Innerhalb von drei Jahren kontrolliert die FWF Fabriken, die insgesamt mindestens 10% des Umsatzes des Modeunternehmens repräsentieren.

Ein Beschwerdesystem für die Arbeiter vor Ort dient als Sicherheitsnetz, um auf Missstände aufmerksam zu werden.

In einem öffentlichen Bericht werden die Fortschritte des Unternehmens durch die FWF dokumentiert und Hinweise für Anpassungen gegeben, die umgesetzt werden müssen.

Bei Verstößen gegen die Kriterien wird versucht, die Missstände zu beseitigen. Wenn dies nicht gelingt, wird das Unternehmen aus der FWF ausgeschlossen.

Kontakt

Fair Wear Foundation
Koningin Wilhelminaplein 13
1062 HH Amsterdam
Tel. +31(0)20 4084255

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